Samstag früh fuhren wir, Stefan, Hermann von den Ketschern
(alter Paddeladel) und Bernd vom GOC gemeinsam Richtung Strassburg
und dann weiter in die Vogesen in die Gegend der Moselquelle.
Auf dem Weg dorthin nahmen wir die Bruche mit. Gepaddelt wurde
von La Claquette. Bei sonnigem Wetter und wenig Wasser wurde „technisch“
gepaddelt, das heißt mit möglichst wenig Grundberührung
um die Steine herumkurbeln und die Kleinflusshindernisse beachten.
Fotos konnten wir keine machen, da der Fluss nach Osten fließt
und wir zum knipsen ständig Gegenlicht hatten. Da Moni diesmal
nicht dabei war, haben wir eins von unseren zwei Autos immer am
Ausstieg platziert. Vorteil ist, wenn man unbekannte Gewässer
paddelt und den Ausstieg am abgestellten Auto erkennt, Nachteil,
dass man ordentlich Kilometer auf den Tacho bekommt. Nach flotter
Fahrt bei ordentlichem Gefälle und den obligatorischen Kleinflusshindernissen
und den ebenso obligatorischen Wehren kamen wir bald in Lutzelhouse
an, wo Stefans WoMo stand. Trockenlegen, Boote verladen und den
Nachtstandort finden. In Sapois fanden wir einen Einstieg und
einen Standplatz für die Nacht.
Am nächsten Morgen stellten wir Stefans WoMo nach St. Etienne
ab, und fuhren mit meinem Bus wieder an den Einstieg. Wieder „technisch“
fahren. Nur diesmal nach Westen, also gibt's ein oder zwei Fotos.
Wieder alle Kleinflusshindernisse. Nach drei Kilometern mündet
der Bouchot in die Moselotte, diese nach 11 Kilometern in die
Mosel. Nur noch wenige Paddelschläge und wir erreichten das
Altwasser, an dem mein Bus stand. Trockenlegen... (same procedure
as…). Unterhalb des Wasserfalles und des Kataraktes bei Km 25
stiegen wir ein. Der Flussführer beschreibt die Strecke so:
„Schwallstrecken, WW II und einige Wehre, gut fahrbar... Bis Lure
folgen 21 Wiesenwehre... Wir sind bei Km 40 raus. Bei Temperaturen
von null bis fünf Grad sollte man nicht allzu lange Touren
machen, man verbraucht sich schnell.
Am
Folgetag sollte der obere Doubs gefahren werden. Morgens erst
spät gestartet, dann Blitzeis, den Winterservice vorbei fahren
lassen und warten, bis das Salz das Eis aufgetaut hat, dann am
Schweizer Zoll – wer hat alles Ausweise dabei? Zur Einsetzstelle,
Boote abladen und zur Aussetzstelle fahren. Dabei überraschte
uns ein Schneeschauer, der die Weiterfahrt in Frage stellte. Zurück
und Boote wieder aufladen und wieder nach Frankreich, an die Semouse
fahren. Die Semouse rauf und wieder runter gefahren, keine vernünftige
Ein- und Aussetzstelle gefunden, dafür jede Menge Mühlen,
auch verfallene und einige Paddlerfallen (umgestürzte Bäume,
die nicht umfahren werden können) Von La Chapelle les Luxeuil
bis Briaucourt sind es auf dem Fluß 18 flockige Kilometer
mit einem nicht unterfahrbarem Steg und einem nicht fahrbaren
Wehr. Wieder an der Lanterne hinauf und dann der Breuchin bis
nach Froideconche gefolgt. Nachtquartier gefunden.
Am nächsten Vormittag die Breuchin von St. Marie bis nach
Froideconche. Flotte Strömung, unterbrochen von einigen Wehrstaus,
ungezählte Schwallstrecken – eine Genussfahrt! Auf dem Weg
Richtung Heimat sind wir noch an den Giessen gefahren. In der
Nacht hatte es furchtbar gestürmt.
Am nächsten Morgen, als ich in Stefans WoMo zur Lagebesprechung
kam, war ich nicht der einzigste, der sofort nach Hause wollte.
Wir haben weder nach ein- noch nach Aussetzstellen geschaut, sondern
sind sofort Richtung Heimat aufgebrochen.
Rainer Kress