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Kanu-Rennsport - die schnelle Disziplin im Kanusport



Bootstypen

Wettkampfregeln

Erfolge der KGN


Die älteste Wettkampfdisziplin im Kanusport ist der Kanu-Rennsport. Bei der Kanu-Gesellschaft Neckarau e.V. wird dieser schon seit der Gründung im Jahre 1923 ausgeübt.
 

Die Bootstypen

Die Wettkämpfe im Kanurennsport werden in den Bootsgattungen Kajak und Canadier ausgetragen.
Der Kajak stammt von den Eskimos, die dieses Boot zur Jagd auf dem offenen Meer benutzten. Der Bootskörper bestand aus einem schmalen Gerüst gebogener Spanten aus Holz oder Walbein. Dieses Gerüst war vollständig mit straff gespannten Tierhäuten überzogen. Nur in der Mitte blieb eine kleine Öffnung frei, die von einem Holzring eingefaßt war. Das Boot wurde vom Fahrer sitzend mit einem Doppelpaddel vorwärts bewegt. Der moderne Sportkajak, der heute bei Regatten gefahren wird, hat zwar in groben Zügen die Form des Eskimo-Bootes beibehalten, darf aber aus allen Arten von Baumaterialien hergestellt werden. Bevorzugt verwendet wird Kunststoff. Die Schnitt- und Längslinien des Bootsrumpfes müssen konvex sein. Die Deckkonstruktion darf an keiner Stelle höher sein als der höchste Punkt des Wellenbrechers. Dieser befindet sich rund um die Sitzluke und soll das Eindringen des Wassers in das Boot verhindern. Er dient auch als Befestigungsschiene für Spritzdecken. Bei Kajaks sind Steuereinrichtungen vorhanden. Das Flossensteuer, das sich unter dem Heck des Bootes befindet, wird vom Fahrer, bzw. in Mannschaftsbooten vom Schlagmann, mit den Füßen bedient. Die Wettbewerbe finden in Einer-Kajaks (K1), Zweiern (K2) und Vierern (K4) statt. In den Mannschaftsbooten gibt jeweils der im Bug sitzende Fahrer den Schlag an. Kajak-Rennen werden für Männer und Frauen ausgeschrieben, allerdings nicht als Mixed-Rennen.


Früher bei den Eskimos...

 


...und heute im Rennsport

Der Canadier geht auf die von Indianern genutzten Kanus zurück. Er hat kein Verdeck und wird vom Fahrer kniend mit einem Stechpaddel vorwärts bewegt. Auch der moderne, auf Regatten eingesetzte Sportcanadier darf, gleich dem Kajak, aus allen Arten von Baumaterialien gefertigt werden. Er ist im Vergleich zu den Indianerbooten mit der Zeit sehr schmal geworden. Ein Canadier muß symmetrisch zur Längsachse gebaut sein. Steuereinrichtungen sind an den Rennbooten nicht erlaubt - der Fahrer lenkt das Boot mit dem Steuerschlag, einer entsprechenden Drehung mit dem Paddel. Der Canadierfahrer platziert ein Knie auf einem Kissen/Schaumklotz (auf dieser Seite wird das Paddel eingesetzt), das andere Bein ruht angewinkelt auf dem aufgestellten Fuß. Die maximale Abdeckung des Bugs und des Hecks sind zentimetergenau vorgegeben: bei einem C1 (Einer-Canadier) beispielsweise dürfen vorne nicht mehr als 150 cm und hinten höchstens 75 cm bedeckt sein. Die Wettbewerbe finden in Einer-Canadiern (C1), Zweiern (C2), Vierern (C4) und Achtern (C8) statt. Im C8 sitzt ein zusätzlicher neunter Mann im Heck, der das Boot steuert. Er darf keine vorwärtstreibende Schläge machen. Canadier-Rennen sind den Männern vorbehalten.


Früher bei den Indianern...

 


...und heute im Rennsport

Das Paddel
Kunststoffe haben beim Paddel das Holz fast vollständig verdrängt. Die Kanu-Athleten vertrauen dem Kunststoffpaddel u.a. wegen der Gewichtsersparnis um etwa 500 Gramm gegenüber dem Holzpaddel.

Das Kajakpaddel ist im Durchschnitt etwa 220 cm lang (je nach Kärpergröße der Sportler variabel). Die beiden in der Form einem Löffel ähnelnden Blätter stehen sich an beiden Enden des Schafts etwa 75 bis 85 Grad verdreht gegenüber.

Das Stechpaddel eines Canadier-Fahrers ist durchschnittlich etwa 170 cm lang (ebenfalls je nach Körpergröße individuell verschieden) und hat nur eine Paddelfläche. Am anderen Ende befindet sich ein Knauf, der die Drehbewegung des Steuerschlages und das bessere Festhalten ermöglicht.

Veranstaltungen im Rennsport
Seit 1919 werden vom Deutschen Kanu-Verband (DKV) Deutsche Meisterschaften veranstaltet. Der DKV kann einen der 19 Landesverbände mit der Ausrichtung beauftragen.

Die ersten Weltmeisterschaften der Internationalen Kanu-Föderation (ICF) fanden 1938 in Waxholm/Schweden statt. Die internationalen Titelkämpfe werden außer im Jahr der olympischen Spiele jährlich durchgeführt.
Die Weltmeisterschaften der Junioren stehen seit 1985 alle zwei Jahre im Terminkalender der ICF.

Seit 1936 ist der Kanu-Rennsport fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Die auszufahrenden Disziplinen legt das Internationale Olympische Komitee vor jeder Olympiade neu fest.

 

Klasseneinteilungen
I
m Rennsport werden die Sportler ihrem Alter bzw. ihrem Jahrgang entsprechend verschiedenen Klassen zugeordnet. Die Klasseneinteilungen sehen wie folgt aus:

Schüler B = bis 12 Jahre
Schüler A = 13 und 14 Jahre
Jugend = 15 und 16 Jahre
Junioren = 17 und 18 Jahre
Leistungsklasse I und II = ab 18 Jahre
Senioren A = ab 32 Jahre
Senioren B = ab 40 Jahre
Senioren C = ab 50 Jahre

Die Wettkampfstrecken
Die Rennen in den verschiedenen Bootsgattungen werden über folgende Distanzen durchgeführt:

Sprintstrecke = 200 m, Kurzstrecke = 500 m,
Mittelstrecke = 1000 m, Langstrecke = 2000 m, 6000 m oder 10000 m
- je nach Alter und Geschlecht der Starter.
Im C4 und C8 werden keine Langstreckenrennen durchgeführt.

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